Menu
menu

Arbeitsschutz und Coronavirus

Die Sicherheit im betrieblichen Umfeld und die Gesundheit der Beschäftigten in Sachsen-Anhalt sind für das Landesamt für Verbraucherschutz eine zentrale Aufgabe. Dies gilt auch in Zeiten der aktuellen Corona-Pandemie.

Grundsätzlich bestehen weiterhin die gleichen Rechte und Pflichten für Arbeitgeber und Beschäftigte. Arbeitgeber sorgen beispielsweise mit der Beurteilung aller relevanten Arbeitsbedingungen und der Veranlassung der erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes für eine Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes ihrer Beschäftigten. Die Beschäftigten für ihren Teil unterstützen den Arbeitgeber bei diesen Aufgaben – sie melden zum Beispiel von ihnen festgestellte, erhebliche Gefahren und tragen gleichermaßen Sorge für ihre eigene, als auch die Gesundheit und Sicherheit ihrer Kolleginnen und Kollegen.

Das Landesamt für Verbraucherschutz ist Ihnen dabei weiter ein verlässlicher Partner bei allen Fragen zum Thema Arbeitsschutz und sorgt dafür, dass die betrieblichen Akteure ihre Pflichten erfüllen und Rechte wahrnehmen können.

Die folgenden Informationen sollen Sie daher zum Thema Arbeitsschutz und Gesundheit am Arbeitsplatz sowie zum Medizinprodukterecht und technischen Verbraucherschutz unterstützen und Ihnen eine Hilfestellung zu rechtssicherem Handeln geben:

Häufig gestellte Fragen zu beruflichen Tätigkeiten

Informationen finden Sie auf der Seite der BAuA.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Antworten zur Verwendung und zum Inverkehrbringen von FFP-Masken, MNS und weiterer PSA

Hinweise zur Wiederverwendbarkeit von FFP2-/ FFP3- Masken

Für den Fall, dass FFP-Masken nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen und nur die Möglichkeit besteht, auf bereits benutzte Masken zurückzugreifen, können diese ausnahmsweise unter folgenden Bedingungen auch mehrfach, jedoch längstens über eine Arbeitsschicht, eingesetzt werden:

  • vor und nach dem Absetzen der Maske sind die Hände zu desinfizieren, Kontaminationen der Innenseite sind zu vermeiden,
  • die Maske wird nach Gebrauch trocken an der Luft aufbewahrt (nicht in geschlossenen Behältern!)
  • die Maske wird anschließend vom selben Träger benutzt (Zugriff durch andere Personen muss    ausgeschlossen sein)

Mehr zum Thema im Beschluss 609 des ABAS und in der technischen Regel für Biologische Arbeitsstoffe – TRBA 250.

Empfehlungen zum ressourcenschonenden Einsatz von Schutzausrüstung und zu organisatorischen Maßnahmen

Hinweise zur Verwendung von Desinfektionsmitteln zur hygienischen Händedesinfektion

Es kann davon ausgegangen werden, dass alle viruziden und begrenzt viruziden Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis wirksam sind, die in der Liste des Verbundes für angewandte Hygiene e. V. oder des Robert-Koch-Institutes gelistet sind.

Falls keine Desinfektionsmittel mehr verfügbar sind, ist nun aufgrund zweier Allgemeinverfügungen die Herstellung und das Inverkehrbringen speziell empfohlener Desinfektionsmittel zur hygienischen Händedesinfektion durch Apotheken, die pharmazeutische Industrie und Unternehmen der chemischen Industrie möglich.

Tätigkeiten in diagnostischen Laboren

Labordiagnostik von SARS-CoV-2 mit humanem Probematerial mittels PCR-Verfahren

Labortätigkeiten mit SARS-CoV-2 die unmittelbar auf das Virus gerichtet sind (z. B. Vermehrung des Virus mit Hilfe von Zellkulturen)

  • Tätigkeiten sind in einem Labor der Schutzstufe 3 nach BioStoffV durchzuführen
  • u. a. Einhaltung der Schutzmaßnahmen gem. § 10 & Anhang II BioStoffV
  • Beachtung der Schutzmaßnahmen der TRBA 100 für Tätigkeiten der Schutzstufe 3
  • Erlaubnispflicht gem. § 15 BioStoffV

Tätigkeiten im Gesundheitswesen und der Wohlfahrtspflege

Tätigkeiten in Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Wohlfahrtspflege (verdächtige oder bestätigte Fälle einer SARS-CoV-2-Infektion)

  • hier sind u. a. die Schutzmaßnahmen gem. § 11 BioStoffV einzuhalten und die der Technischen Regel für Biologische Arbeitsstoffe – TRBA 250  zu beachten
  • Patienten, Kunden bzw. Heimbewohner sollten einen Mund-Nase-Schutz tragen
  • Zahl der Beschäftigten auf ein Mindestmaß beschränken
  • Beschäftigte mit ausreichend Kitteln, Handschuhen, Schutzbrille, partikelfiltrierende Halbmasken mindestens der Klasse FFP2 oder FFP3 (z. B. für Tätigkeiten an Patienten, die stark Husten oder zum Husten provoziert werden) ohne Ventil ausstatten
  • auf korrekte Tragen und Ablegen der Schutzkleidung achten

Hinweise für die stationären und ambulanten Altenpflege zu Prävention und Management von COVID-19-Erkrankungen
 
BAuA: Schutzmaßnahmen im Gesundheitswesen bei beruflichen Tätigkeiten mit möglichem Kontakt zu SARS-CoV-2

Probenabholung aus Arztpraxen während einer pandemischen Situation, Empfehlungen des ABAS

Schutzmaßnahmen im Einzelhandel

Einhaltung der allgemeinen und publizierten Abstands- und Hygieneregeln.

Pausenräume/Umkleiden/Toiletten:

  • möglichst 2 m Abstand halten
  • versetzte Pausenzeiten
  • Umkleidung erfolgt bereits zu Hause (soweit möglich)
  • regelmäßige Reinigung / Desinfektion der Kontaktflächen
  • Toilettenausstattung entsprechend der ASR A4.1
    (In Toilettenräumen müssen Mittel zum Reinigen (z. B. Seife in Seifenspendern) und Trocknen der Hände (z. B. Einmalhandtücher, Textilhandtuchautomaten oder Warmlufttrockner) bereitgestellt werden.
  • Regelmäßige Reinigung / Desinfektion der Kontaktflächen

Persönliche Verhaltensregeln:

  • Nicht ins Gesicht fassen! Regelmäßig gründlich Hände waschen (Seife und warmes Wasser sind ausreichend) oder desinfizieren.

Kassenarbeitsplätze/Kundenkontakt:

  • wenn möglich, sollte der Abstand zum Kunden von mindestens einem Meter eingehalten werden (über vorgelagerte Absperrungen oder Bodenmarkierungen o. ä.)
  • wenn nicht möglich: An solchen Arbeitsplätzen sollten keine Beschäftigten mit Vorerkrankungen, insbesondere bestehenden Atemwegserkrankungen wie Asthma, beschäftigt werden. Mitarbeiter mit Vorerkrankungen sollten, wenn möglich, übergangsweise zum Beispiel im Lager eingesetzt werden.
  • Durchsichtige Trennwände: Durch eine bauliche Abtrennung lässt sich wirksam verhindern, dass der Luftstrom beim Husten oder direkten Ansprechen durch Kunden in Höhe des Kopfes auf die Kassenkraft trifft (ausreichende Stabilität, keine spitzen Ecken oder scharfe Kanten). Je breiter die Abtrennung ist desto besser. Sie sollte in der Breite mind. vom Ende des Vorlaufbandes bis zum Beginn der Warenmulde reichen.
  • Die Kunden über Hinweisschilder bitten, wenn möglich im Kassenbereich nicht zu sprechen und beim Husten/Niesen die allgemeinen Hygienemaßnahmen einzuhalten. 
  • Bei Barzahlung gilt: Damit das Geld nicht direkt vom Kunden an die Kassenkraft übergeben werden muss (Hand-Hand-Kontakt), sollte ein kleines Tablett oder eine fixe Geldablage genutzt werden.
  • Nachtschalter: In Verkaufsstellen (Tankstellen/Apotheken) usw., in denen ein Nachtschalter vorhanden ist, wird empfohlen, diesen zu nutzen.

Nicht erforderlich sind:

  • Das Tragen von Einmal- Handschuhen, dies erweckt ein falsches Gefühl von Sicherheit. Während der Benutzung werden sie genauso verschmutzt und kontaminiert wie eine unbedeckte Hand.

Hinweis:
Das Virus "frisst" sich nicht durch intakte Haut. Es bedarf einer Übertragung über die Schleimhäute (Nase/Mund/Augen).

Zur Gewährleistung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes der Beschäftigten im Einzelhandel wird des Weiteren auf die hier aufgeführten Handlungsmaßnahmen der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) verwiesen.

Arbeitszeit

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen mit dem Virus SARS-CoV-2 hat das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt (LAV) mit Datum vom 20.03.2020 Ausnahmen vom Arbeitszeitgesetz (ArbZG) im Wege einer Allgemeinverfügung befristet bis zum 19. April 2020 erlassen.

Baustellen

Zur Sicherstellung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes auf Baustellen empfiehlt die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft die Einhaltung der folgenden Maßnahmen:

https://www.bgbau.de/service/angebote/medien-center-suche/medium/handlungshilfe-fuer-das-baugewerbe-coronavirus-sars-cov-2/

Mutterschutz

Informationen zum Mutterschutz in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 und die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) finden Sie hier.

Reinigungsarbeiten

Zur Sicherstellung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Reinigungsgewerbe empfiehlt die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft die Einhaltung der folgenden Maßnahmen:

https://www.bgbau.de/service/angebote/medien-center-suche/medium/handlungshilfe-fuer-das-reinigungsgewerbe-coronavirus-sars-cov-2/

Empfehlungen zum Umgang mit COVID-19 Verstorbenen