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Neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2)

Am 31.12.2019 informierten die Behörden in Wuhan über ein Cluster von 27 Pneumonie-Fällen unbekannter Ursache mit Wuhan‘s South China Seafood City Markt als gemeinsamer Exposition. Seitdem steigen die Fallzahlen in der chinesischen Stadt Wuhan an. Am 20.01.2020 bestätigte China mehrere Mensch-zu-Mensch-Übertragungen, ebenso ein Dutzend Erkrankungsfälle bei medizinischem Personal. Am 23.01.2020 waren über 500 Erkrankungsfälle mit dem bis dahin identifizierten Erreger, dem neuen Coronavirus (COVID-19), in China bekannt, davon 17 Todesfälle.

Weltweit wurden bis 28.02.2020 83.647 Fälle gemeldet, darunter 2.858 Todesfälle, letztere vor allem in China. Zu den Risikogebieten zählten am 28.02.2020:

In China: Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan) und die Städte Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang.

Im Iran: Provinz Ghom.

In Italien: Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien.

In Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang).

Der erste Fall in Deutschland wurde am 27.01.2020 in Bayern bestätigt. Mit Stand vom 27.02.2020 waren 26 bestätigte Fälle in Deutschland bekannt.

Maßnahmen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus (COVID-19) führte dazu, dass die WHO am 30.01.2020 den internationalen Gesundheitsnotstand (Public Health Emergency of International Concern) ausrief, v. a. um Länder mit weniger leistungsfähigen Gesundheitssystemen zu schützen. Reise- und Handelsbeschränkungen empfahl die WHO am 30.01.2020 nicht.

Nach Maßgabe der WHO wurde die Krankheit, die durch das neue Coronavirus ausgelöst wird, offiziell als "Coronavirus Disease 2019" (COVID-19) benannt (WHO Situation Report 22). Das Virus wird offiziell als "Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2" (SARS-CoV-2) bezeichnet.

In Deutschland wird die Beobachtung der Lage durch das Robert Koch-Institut (RKI) koordiniert. Das RKI hat eine Webseite zu COVID-19 veröffentlicht. Darin sind Informationen zu Maßnahmen in Bezug auf das neuartige Coronavirus enthalten.

In Sachsen-Anhalt werden die Gesundheitsämter durch den Fachbereich Hygiene des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAV) über das aktuelle Geschehen informiert. Das LAV hat den Gesundheitsämtern eine Handlungsempfehlung zur Verdachtsabklärung und zu Maßnahmen bei COVID-19 in Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde die PCR-Labordiagnostik für SARS-CoV-2 zeitnah etabliert und steht zur Verfügung, um Verdachtsfälle im Auftrag der Gesundheitsämter abzuklären. Für Bürgerinnen und Bürger sowie das medizinische Fachpersonal ist am LAV unter der Nummer 0391 2564 222 ein Infotelefon von Montag bis Donnerstag 9–11 Uhr und 13–15 Uhr und Freitag von 9–11 Uhr eingerichtet.

Nach IfSG zu meldende und/oder bestätigte COVID-19-Fälle aus Sachsen-Anhalt, 2020:

Kalenderwoche

gemeldete Fälle

bestätigte Fälle
5–80
91nein

Stand: 28.02.2020 (12:40 Uhr)

 
Hinweise für Reiserückkehrende

  • Personen, welche aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreisen und keinerlei Beschwerden haben, werden gebeten, sich gleich nach ihrer Ankunft in Deutschland bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt zu melden.
  • Personen, welche innerhalb von 14 Tagen seit ihrer Rückreise aus einem Gebiet mit COVID-19-Auftreten oder einem Risikogebiet eine akute Atemwegserkrankung mit Symptomen wie Husten, Abgeschlagenheit, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Atemnot und/oder Kurzatmigkeit bekommen, sollten sich telefonisch mit diesem Hinweis ankündigen, bevor sie eine medizinische Einrichtung aufsuchen oder einen Arzt/ eine Ärztin rufen. Das weitere Vorgehen wird durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt in Absprache mit dem Gesundheitsamt festgelegt.
  • Liegt die Rückreise länger als 14 Tage zurück, besteht wahrscheinlich keine Gefahr für eine Erkrankung mit dem neuartigen Corona-Virus und je nach Beschwerden kann ein Arzt/eine Ärztin normal aufgesucht werden.

Hinweise für Kontaktpersonen

  • Personen, welche Kontakt zu einem mit dem neuartigen Corona-Virus Infizierten hatten, sollten sich umgehend telefonisch bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt melden.
  • Tritt innerhalb von 14 Tagen seit dem Kontakt zu dem neuartigen Corona-Virus Infizierten eine akute Atemwegserkrankung mit Symptomen wie Husten, Abgeschlagenheit, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Atemnot und/oder Kurzatmigkeit auf, sollten sie sich telefonisch mit diesem Hinweis ankündigen, bevor sie eine medizinische Einrichtung aufsuchen oder einen Arzt/ eine Ärztin rufen.  Das weitere Vorgehen wird durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt in Absprache mit dem Gesundheitsamt festgelegt.
  • Liegt der Kontakt länger als 14 Tage zurück, besteht wahrscheinlich keine Gefahr für eine Erkrankung mit dem neuartigen Corona-Virus und je nach Beschwerden kann ein Arzt/eine Ärztin normal aufgesucht werden.

Personen, die aus anderen Gründen befürchten, mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert zu sein (z. B. Reiserückkehrer aus Chinas Nichtrisikogebieten oder Kontaktpersonen von symptomlosen Reiserückkehrern aus Risikogebieten), können sich beim zuständigen Gesundheitsamt melden. Das weitere Vorgehen wird dann vom Gesundheitsamt festgelegt.

Hinweise für medizinisches Personal
 
Das neuartige Corona-Virus ist, wie andere Viren, die Atemwegserkrankungen verursachen, von Mensch zu Mensch übertragbar. In Einzelfällen können Infizierte bereits in der Inkubationszeit, die in der Regel 2 bis 14 Tage beträgt, ansteckend sein. Das neuartige Corona-Virus kann milde, grippeähnliche Symptome, aber bei einem kleinen Teil der Erkrankten auch schwere Infektionen der unteren Atemwege verursachen, und zu Lungenentzündungen führen. Im Allgemeinen haben Kleinkinder, ältere Menschen und Menschen mit Grunderkrankungen  (z. B. Herzerkrankungen, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen) ein höheres Risiko, schwer zu erkranken.

China CDC Weekly hat eine Studie mit dem Titel "The Epidemiological Characteristics of an Outbreak of 2019 Novel Coronavirus Diseases (COVID-19) — China, 2020" veröffentlicht, in der u.a. die epidemiologischen Charakteristika von insgesamt 44.672 bestätigten Fällen in China beschrieben werden. Dreiviertel der bestätigten Fälle mit entsprechenden Angaben hatten keine Grunderkrankung. Besonders betroffen scheinen die Altersgruppen der 30–69-Jährigen, während insbesondere Kinder, aber auch Personen ab 70 Jahre und junge Erwachsene bis 29 Jahre einen relativ geringen Anteil unter den bestätigten Fällen bilden. Altersspezifische Inzidenzen wurden jedoch nicht angegeben. Unter den 44.672 bestätigten Fällen waren etwa gleich viele männliche und weibliche Personen. Von ihnen erkrankte der überwiegende Teil leicht. Schwerwiegende  (Pneumonie, Atemnot) und  kritische (Atemversagen, septischer Schock und/oder Multiorganversagen) Erkrankungen traten auf. Die Sterblichkeit sank zwischen Dezember 2019 und Februar 2020 von 15 auf 0,8 %. Den höchsten Anteil an Sterbefällen hatten über 80-jährige bestätigte Fälle, gefolgt von 70–79-jährigen, 60–69-jährigen und 50–59-jährigen bzw. bestätigte Fälle mit Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Hypertonie, chronischen Atemwegserkrankungen und Krebs. Kinder schienen nicht von schweren Verläufen betroffen zu sein.
 
Zurzeit sollte eine Labordiagnostik auf SARS-CoV-2 erfolgen bei Personen mit

  • unspezifischen Allgemeinsymptomen oder akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere und Kontakt zu bestätigtem COVID-19-Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn
  • akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere mit oder ohne Fieber und Aufenthalt in risikogebieten bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn
  • akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere mit oder ohne Fieber und Aufenthalt in Regionen mit COVID-19-Fällen oder Kontakt zu unbestätigtem Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn
  • ungeklärte Viruspneumonien (auch ohne entsprechende Reiseanamnese oder Kontakt)

Darüber hinaus sollten auch Influenzaviren und andere Erreger von akuten Atemwegserkrankungen in die Differentialdiagnose einbezogen werden.
 
Zur Diagnostik von SARS-CoV-2 werden tiefe Nasen- und Rachenabstriche oder Materialien aus tieferen Atemwegen (Sputum, Trachealabstrich, BAL) mittels einer spezifischen PCR untersucht.

Die notwendigen Hygienemaßnahmen beim Kontakt mit Verdachtsfällen und bestätigten Fällen  beinhalten persönliche Schutzausrüstung für das betreuende Personal (mindestens FFP2-Maske, Kittel, Handschuhe, Schutzbrille), Händedesinfektion und Flächendesinfektion mit Desinfektionsmitteln mit begrenzt viruzidem Wirkungsspektrum.
 
Der Verdacht einer Erkrankung, die Erkrankung sowie der Tod in Bezug auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 muss umgehend dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden.

Die ABAS hat am 19.02.2020 beschlossen, SARS-CoV-2 vorläufig in die Risikogruppe 3 einzustufen.


Flussschema Handlungsempfehlung für Sachsen-Anhalt

 
Erkrankungsverdächtige: Zu den wahrscheinlichen Fällen zählen Personen mit akuter respiratorischer Symptomatik jeglicher Schwere und Aufenthalt in einem Risikogebiet in den 14 Tagen vor Erkrankungsbeginn. Personen mit akuter respiratorischer Symptomatik, die in den 14 Tagen vor Erkrankungsbeginn Kontakt zu bestätigten Fällen hatten, sind ebenfalls wahrscheinliche Fälle. Eine Labordiagnostik zur schnellen Abklärung und weitere Maßnahmen werden bei wahrscheinlichen Fällen empfohlen.
 
Zusätzlich sind für Sachsen-Anhalt mögliche Fälle definiert als Personen mit akuter respiratorischer Symptomatik jeglicher Schwere und Aufenthalt in einem Gebiet mit COVID-19-Auftreten (außerhalb der Risikogebiete) in den 14 Tagen vor Erkrankungsbeginn. Hier werden zunächst keine weiteren Maßnahmen außer der Labordiagnostik empfohlen. Es ist empfehlenswert, den möglichen Fällen bis zum Ausschluss des Verdachts eine Kontaktreduktion nahezulegen.
 
Der Verdacht einer Erkrankung, die Erkrankung sowie der Tod in Bezug auf eine COVID-19-Infektion und der Labornachweis sind nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig (§§ 6-9, 11,12).
 
Ansteckungsverdächtige: Kontaktreduktion und ggf. weitere Maßnahmen werden bei symptomlosen Reiserückkehrern aus Risikogebieten bzw. bei symptomlosen Kontaktpersonen von wahrscheinlichen und bestätigten Fällen in den 14 Tagen nach letzter Exposition empfohlen. Auch wenn eine Labordiagnostik bei Ansteckungsverdächtigen nicht ausschließen kann, dass die Person zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb 14 Tagen nach ihrer Exposition an COVID-19 erkrankt, kann die Labordiagnostik bei Bedarf im Auftrag der Gesundheitsämter bei uns erfolgen. Mit Symptombeginn wird sie durch die Änderung der Falldefinitionskategorie in "wahrscheinlicher Fall" notwendig.

Eine Hospitalisierung von wahrscheinlichen oder bestätigten Fällen kann aus klinischer Indikation oder zur medizinischen Überwachung erfolgen. Diese Fälle werden isoliert. Bei leichter Symptomatik ist eine häusliche Absonderung möglich.

Bundesministerium für Gesundheit: Aktuelle Informationen zum Coronavirus

RKI: Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem in Wuhan entdeckten neuartigen Coronavirus (COVID-19)

RKI: Empfehlungen des RKI für die Hygienemaßnahmen und Infektionskontrolle bei Patienten mit Pneumonien verursacht durch ein neuartiges Coronavirus (nCoV) aus Wuhan, China

RKI: Neuartiges Coronavirus COVID-19: Risikogebiet und Fallzahlen

RKI-Seite zum neuartigen Coronavirus, u.a. mit Hinweisen zu Diagnostik, Hygiene und Infektionskontrolle

Auswärtiges Amt: Coronavirus: Informationen für China-Reisende und zur Rückholung aus Wuhan

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Arbeitsschutzmaßnahmen beim Umgang mit einem neuartigen Coronavirus (COVID-19) aus Wuhan, China

Verordnung über die Ausdehnung der Meldepflicht nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und § 7 Absatz 1 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes auf Infektionen mit dem erstmals im Dezember 2019 in Wuhan/Volksrepublik China aufgetretenen neuartigen Coronavirus („COVID-19") (CorViMV k.a.Abk.)

RKI: Poster für Flughäfen, Informationen für Reisende, erstellt unter Federführung des Gesundheitsamtes Frankfurt, Stand 30.1.2020

BZgA: Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus auf www.infektionsschutz.de

BZgA: allgemeine Hygienetipps zum Schutz vor Infektionskrankheiten

BfR: Kann das neuartige Coronavirus über Lebensmittel und Spielzeug übertragen werden?

RKI: Verdachtsabklärung und Maßnahmen - Orientierungshilfe für Ärzte

BAUA: Neuartiges Virus SARS-CoV-2 (bislang 2019-nCoV) durch den ABAS in risikogruppe 3 eingestuft und Empfehlungen zur Labordiagnostik gegeben.

Mögliche Maßnahmen zum Ressourcen-schonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken in Einrichtungen des Gesundheitswesens bei Lieferengpässen im Zusammenhang mit der neuartigen Coronaviruserkrankung COVID-19

Hinweise zum ambulanten Management von COVID-19-Verdachtsfällen

RKI: Handzettel für Reisende aus Risikogebieten bzw. aus Gebieten, in denen COVID-19-erkrankungen vorgekommen sind in den auf Deutsch, Englisch und Chinesisch bzw. Italienisch oder Koreanisch oder Persisch