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Neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2)

Einführung

Am 31.12.2019 informierten die Behörden in Wuhan über ein Cluster von 27 Pneumonie-Fällen unbekannter Ursache mit Wuhan's South China Seafood City Market als gemeinsamer Exposition. Am 20.01.2020 bestätigte China mehrere Mensch-zu-Mensch-Übertragungen, ebenso ein Dutzend Erkrankungsfälle bei medizinischem Personal. Am 23.01.2020 waren über 500 Erkrankungsfälle mit dem bis dahin identifizierten Erreger, dem neuen Coronavirus (SARS-CoV-2), in China bekannt, davon 17 Todesfälle.
 
Der erste Fall in Deutschland wurde am 27.01.2020 in Bayern bestätigt.
 
Die aktuellen COVID-19-Fallzahlen in Deutschland und weltweit werden vom RKI veröffentlicht.

Schutzmaßnahmen für Bürgerinnen und Bürger

Bitte beachten Sie: Beim Einkaufen und Nutzen des öffentlichen Personennahverkehrs müssen Sie  einen Mund-Nasen-Schutz oder eine andere textile Barriere tragen, der/die ein Ausbreiten von übertragsungsfähigen Tröpfchenpartikeln durch Husten, Niesen, Aussprache und Atmung verringert. Es reicht aus, wenn Sie Masken/textile Barrieren aus Baumwolle oder anderem geeigneten Material, etwa Rohseide, aber auch Schals, (Geschirr-)Tücher und Buffs aus diesen Materialien, selbst herstellen und tragen. 

Das Ansteckungsrisiko senken durch:

  • Abstand von Personen halten, die nicht im eigenen Haushalt leben (nach Möglichkeit 2 m)
  • regelmäßiges Lüften
  • regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife für mind. 20 Sekunden insbesondere, wenn man nach Hause kommt, vor dem Essen und bevor man Lebensmittel zubereitet oder sich ins Gesicht fasst
  • stehen Wasser und Seife nicht zur Verfügung, kann man die Hände auch desinfizieren (Desinfektionsmittel mit mind. 60 % Alkohol verwenden)
  • das Handy und die Brille regelmäßig säubern
  • auf Händeschütteln verzichten
  • in öffentlichen Bereichen möglichst wenig Oberflächen mit den Händen berühren
  • abgewöhnen, sich unnötig ins Gesicht zu fassen

Andere schützen durch:

  • Kontaktreduktion
  • unbedingte Kontaktreduktion, wenn man COVID-19-Krankheitssymptome hat*
  • Mund-Nasen-Schutz verwenden, wenn man krank ist
  • Husten und Niesen in die Armbeuge
  • regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife
  • eigenes Handtuch oder Einmaltücher verwenden
  • stehen Wasser und Seife nicht zur Verfügung, kann man die Hände auch desinfizieren (Desinfektionsmittel mit mind. 60 % Alkohol verwenden)

 
* Akute Symptome einer Atemwegserkrankung, wie Fieber, Husten, Halskratzen, Schnupfen, Kopf- oder Gliederschmerzen, Atemnot und/oder Kurzatmigkeit, Abgeschlagenheit und/oder Verlust von Geruchs-/ Geschmackssinn

Auch, wenn es noch keinen Impfschutz gegen das neue Coronavirus gibt, ist es empfehlenswert seinen Impfstatus gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut überprüfen zu lassen. Dies betrifft insbesondere die Impfung gegen Pneumokokken (empfohlen für Säuglinge und ab 60 Jahre sowie bei Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen/ Immunsuppression), gegen Keuchhusten (für Kinder und Erwachsene) und gegen Influenza (in Sachsen-Anhalt für alle empfohlen). Ein aktueller Impfschutz kann helfen, Doppel- oder Superinfektionen und damit einen möglicherweise schweren Verlauf zu vermeiden.

Maßnahmen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) führte dazu, dass die WHO am 30.01.2020 den internationalen Gesundheitsnotstand (Public Health Emergency of International Concern) ausrief, v. a. um Länder mit weniger leistungsfähigen Gesundheitssystemen zu schützen. Reise- und Handelsbeschränkungen empfahl die WHO am 30.01.2020 nicht. Am 11.03.2020 rief die WHO eine Pandemie aus.

Nach Maßgabe der WHO wurde die Krankheit, die durch das neue Coronavirus ausgelöst wird, offiziell als "Coronavirus Disease 2019" (COVID-19) benannt (WHO Situation Report 22). Das Virus wird offiziell als "Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2" (SARS-CoV-2) bezeichnet.

In Deutschland wird die Beobachtung der Lage durch das Robert Koch-Institut (RKI) koordiniert. Das RKI hat eine Webseite zu COVID-19 veröffentlicht. Darin sind Informationen zu Maßnahmen in Bezug auf das neuartige Coronavirus enthalten.

In Sachsen-Anhalt werden die Gesundheitsämter durch den Fachbereich Hygiene des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAV) über das aktuelle Geschehen informiert. Das LAV hat den Gesundheitsämtern eine Handlungsempfehlung zur Verdachtsabklärung und zu Maßnahmen bei COVID-19 in Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde die PCR-Labordiagnostik für SARS-CoV-2 zeitnah etabliert und steht zur Verfügung, um Verdachtsfälle im Auftrag der Gesundheitsämter abzuklären.

Bestätigte COVID-19-Fälle aus Sachsen-Anhalt, 2020

 

Melde-Land-/StadtkreisFälle
LK Altmarkkreis Salzwedel275
LK Anhalt-Bitterfeld513
LK Börde762
LK Burgenlandkreis1.116
LK Harz844
LK Jerichower Land605
LK Mansfeld-Südharz485
LK Saalekreis883
LK Salzlandkreis788
LK Stendal362
LK Wittenberg 637
SK Dessau-Roßlau251
SK Halle1.358
SK Magdeburg1.455
Sachsen-Anhalt 10.334


Nach Schätzungen sind bisher 6.610 Personen wieder genesen. Den Schätzungen liegt eine Formel zugrunde, die auch das Robert Koch-Institut anwendet, die leichte und schwere Krankheitsverläufe mit unterschiedlichen Genesungszeiten berücksichtigt.

Stand: 23.11.2020 (15:40 Uhr)

Epidemische Kurven der COVID-19-Fälle in Sachsen-Anhalt, 2020

Hinweise für alle Personen mit COVID-19-Symptomen

  • Alle Personen, die akute Symptome einer Atemwegserkrankung, wie Fieber, Husten, Halskratzen, Schnupfen, Kopf- oder Gliederschmerzen, Atemnot und/oder Kurzatmigkeit, Abgeschlagenheit und/oder Verlust von Geruchs-/ Geschmackssinn haben, sollten sich auf SARS-CoV-2 testen lassen. An vielen Orten gibt es Fieberambulanzen, in denen der Test auf SARS-CoV-2 durchgeführt wird. Bevor man eine medizinische Einrichtung aufsucht, sollte man sich telefonisch mit dem Hinweise auf COVID-19-Symptome ankündigen. Bis zum Vorliegen des Testergebnisses sollte man zu Hause bleiben und Abstand von anderen Personen halten. Bei positivem Testergebnis, und wenn man sich nicht testen lässt, sollte man mindestens 10 Tage zu Hause bleiben und Abstand von anderen Personen halten. Dies gilt bis 2 Tage nach Abklingen der Symptome. Bei einer schwereren Erkrankung sollte man sich telefonisch mit dem Hinweis auf COVID-19-Symptome ankündigen, bevor eine medizinische Einrichtung aufgesucht wird oder ein Arzt/eine Ärztin gerufen wird.

Hinweise für Reisende

Verordnung zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Sachsen-Anhalt

Einreisende aus dem Ausland nach Sachsen-Anhalt, die sich in den 14 Tagen zuvor zu einem beliebigen Zeitpunkt in einem Risikogebiet aufgehalten haben, sind verpflichtet, sich umgehend für 14 Tage in die häusliche Quarantäne zu begeben und sich bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Sie sind ferner verpflichtet, beim Auftreten von Symptomen, die auf eine Erkrankung mit COVID-19 im Sinne der dafür jeweils aktuellen Kriterien des Robert Koch-Instituts hinweisen, die zuständige Behörde hierüber unverzüglich zu informieren. Ausnahmen von der Quarantäne sind möglich (höchstens 48 h vor Einreise nach Deutschland erstelltes ärztliches Zeugnis in deutscher oder englischer Sprache mit negativem PCR-Test oder Befreiung in begründeten Fällen). Reisende können sich bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt informieren.

Schreiben des BMG für Reisende: Regelungen für nach Deutschland Einreisende im Zusammenhang mit Coronavirus SARS-CoV-2 / COVID-19

Ein Risikogebiet ist, wenn der jeweilige Staat eine hohe Neuinfiziertenzahl im Verhältnis zur Bevölkerung (mehr als 50 Fälle pro 100 000 Einwohner kumulativ in den letzten sieben Tagen) aufweist. Das Robert Koch-Institut veröffentlicht die Inzidenz der letzten 7 Tage pro 100 000 Einwohner in Europa und Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete.

In der Siebten Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Sachsen-Anhalt ist geregelt, dass die Beherbergung von Personen verboten ist, die ihren ersten Wohnsitz in einer Region (Landkreis oder kreisfreien Stadt) innerhalb der Bundesrepublik Deutschland haben, in der innerhalb eines Zeitraums von 7 Tagen vor dem Tag der Anreise die Rate der Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 laut der Veröffentlichungen des Robert Koch-Instituts kumulativ höher als 50 von 100 000 Einwohnern ist. Von Satz 5 nicht erfasst sind Personen, die über ein ärztliches Zeugnis in deutscher oder in englischer Sprache verfügen, welches bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 vorhanden sind, und dieses dem Betreiber des Beherbergungsbetriebs  unverzüglich zur Kenntnis bringen. Das ärztliche Zeugnis muss sich auf eine molekularbiologische Testung auf das Vorliegen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 stützen, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem sonstigen durch das Robert-Koch-Institut veröffentlichten Staat durchgeführt und höchstens 48 Stunden vor Anreise vorgenommen worden ist. Das ärztliche Zeugnis ist durch die einreisende Person für mindestens 14 Tage nach der Anreise aufzubewahren.

Hinweise für Kontaktpersonen

  • Personen, die Kontakt zu einem mit dem neuartigen Corona-Virus Infizierten hatten, sollten ihre sozialen Kontakte reduzieren und sich umgehend telefonisch bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt melden. Möglicherweise ordnet das Gesundheitsamt einen Test auf SARS-CoV-2 und eine häusliche Quarantäne an.
  • Kontaktpersonen, die durch die Corona-Warn-App als solche identifiziert wurden, können sich  in einer Arztpraxis oder einer Fieberambulanz testen lassen. Auch sie sollten sich umgehend telefonisch bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt melden.
  • Tritt innerhalb von 14 Tagen seit dem Kontakt zu dem mit dem neuartigen Corona-Virus Infizierten eine akute Atemwegserkrankung mit Symptomen wie Fieber, Husten, Halskratzen, Schnupfen, Kopf- oder Gliederschmerzen, Atemnot und/oder Kurzatmigkeit, Abgeschlagenheit und/oder Verlust von Geruchs-/ Geschmackssinn auf, sollte man das Gesundheitsamt telefonisch informieren und sich auf SARS-CoV-2 testen lassen. An vielen Orten gibt es Fieberambulanzen, in denen der Test auf SARS-CoV-2 durchgeführt wird. Bevor man eine medizinische Einrichtung aufsucht, sollte man sich telefonisch mit dem Hinweise auf COVID-19-Kontakt und -Symptome ankündigen. Bis zum Vorliegen des Testergebnisses sollte man zu Hause bleiben und Abstand von anderen Personen halten. Bei positivem Testergebnis und, wenn man sich nicht testen lässt, sollte man mindestens 10 Tage zu Hause bleiben und Abstand von anderen Personen halten. Dies gilt bis 2 Tage nach Abklingen der Symptome. Bei einer schwereren Erkrankung sollte man sich telefonisch mit dem Hinweis auf COVID-19-Kontakt und -Symptome ankündigen, bevor eine medizinische Einrichtung aufgesucht wird oder ein Arzt/eine Ärztin gerufen wird.

Wenn Sie erkrankt sind, benutzen Sie nach Möglichkeit bitte keine öffentlichen Verkehrsmittel, halten 2 Meter Abstand von anderen Personen und niesen und husten nur in die Armbeuge.
 
Bitte halten sie die vom Gesundheitsamt angeordneten oder empfohlenen Maßnahmen, z. B. Quarantäne, unbedingt ein!

Hinweise für medizinisches Personal

Das neuartige Corona-Virus ist, wie andere Viren, die Atemwegserkrankungen verursachen, von Mensch zu Mensch übertragbar. Hauptinfektionsweg ist die Tröpfcheninfektion, aber auch aerogene Übertragung oder Übertragung über kontaminierte Oberflächen ist möglich. Infizierte können bereits in der Inkubationszeit, die in der Regel 2 bis 14 Tage beträgt, ansteckend sein. Die höchste Virusausscheidung wurde am Tag vor Erkrankungsbeginn nachgewiesen und nimmt im Verlauf der ersten Erkrankungswoche ab. Es ist bekannt, dass asymptomatisch und vor allem präsymptomatisch und symptomatisch Infizierte erheblich zum Infektionsgeschehen beitragen können.
Das neuartige Corona-Virus kann milde, grippeähnliche Symptome, aber bei einem kleinen Teil der Erkrankten auch schwere Infektionen der unteren Atemwege verursachen, und zu Lungenentzündungen oder auch zu unspezifischen Erkrankungen führen. Aus der Fachliteratur ist bekannt, dass Kinder zumeist einen milden oder asymptomatischen Verlauf haben.  Unter den 44.672 bestätigten Fällen verschiedenen Alters einer chinesischen Studie erkrankten 81 % leicht, 14 % schwerwiegend (Pneumonie, Atemnot) und 5 % kritisch (Atemversagen, septischer Schock und/oder Multiorganversagen). Den höchsten Anteil an Sterbefällen hatten über 80-jährige bestätigte Fälle (15 %), gefolgt von 70–79-jährigen (8 %), 60–69-jährigen (3,6 %) und 50–59-jährigen (1,3 %). Bestätigte Fälle ohne Grunderkrankungen zeigten eine Sterberate von 0,9 %. Von den bestätigten Fällen mit Herzkreislauferkrankungen verstarben 11 %, mit Diabetes 7,3 %, mit Hypertonie, chronischen Atemwegserkrankungen und Krebs jeweils 6 %.
 
Die Zeit vom Erkrankungsbeginn bis zum Beginn der Pneumonie beträgt im Mittel 4 Tage, bis zur Hospitalisierung 4–8 Tage. Innerhalb kürzester Zeit (24h) kann dann ein schwerer beatmungspflichtiger Verlauf entstehen. Im Mittel dauerte der Krankenhausaufenthalt in China 10 Tage. Die WHO nennt bei milden Fällen im Mittel (Median) einen Krankheitsverlauf von zwei Wochen und bei schweren von 3–6 Wochen.
Zurzeit sollte eine Labordiagnostik auf SARS-CoV-2 bei allen Patienten mit akuten respiratorischen Symptome jeder Schwere und/ oder dem Verlust von Geruchs-/ Geschmackssinn erfolgen.
Darüber hinaus sollten je nach saisonaler Zirkulation auch andere Erreger von akuten Atemwegserkrankungen in die Differentialdiagnose einbezogen werden.

Zur Diagnostik von SARS-CoV-2 werden tiefe Nasen- und Rachenabstriche oder Materialien aus tieferen Atemwegen (Sputum, Trachealabstrich, BAL) mittels einer spezifischen PCR untersucht.
 
Oft beginnt nach einigen Tagen SARS-CoV2 sich nicht mehr in den oberen Atemwegen, sondern in der Lunge zu vermehren. Im Rachenabstrich ist es dann vermutlich nicht mehr nachweisbar, sondern in Sputum, BAL oder anderen Sekreten der tiefen Atemwege und möglicherweise in Stuhl. Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Infektion mit dem neuartigen SARS-CoV-2 sollten je nach klinischer Situation möglichst Proben parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden.
 
Die notwendigen Hygienemaßnahmen beim Kontakt mit COVID-19-Fällen beinhalten die Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) bestehend aus Schutzkittel, Einweghandschuhen, mindestens dicht anliegender Mund-Nasen-Schutz- bzw. Atemschutzmaske und Schutzbrille. Bei direkter Versorgung von Patienten mit bestätigter oder wahrscheinlicher COVID-19 sollten bevorzugt FFP2-Masken (ohne Ventil) getragen werden. Für die Hände- und Flächendesinfektion sind Desinfektionsmitteln mit begrenzt viruzidem und viruzidem Wirkungsspektrum geeignet.
 
Auch außerhalb der direkten Versorgung von COVID-19 Patienten wird das generelle Tragen von Mund-Nasen-Schutz durch sämtliches Personal mit direktem Kontakt zu besonders vulnerablen Personengruppen aus Gründen des Patientenschutzes während der Pandemie empfohlen. Alternativ sind FFP2/3-Masken ohne Ventil möglich.

Das RKI hat Entlassungskriterien aus der Isolierung für COVID-19-Fälle veröffentlicht. Hier finden sich auch Empfehlungen für Bewohner von Altenpflegeheimen und für Personal aus medizinischen und Pflege-Einrichtungen (inkl. ambulanter Einrichtungen) vor Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit.

Der Verdacht einer Erkrankung, die Erkrankung sowie der Tod in Bezug auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 sowie der Nachweis von SARS-CoV-2 sind gemäß §§ 6, 7 des Infektionsschutzgesetzes meldepflichtig.

Hinweise für Gesundheitsämter

Strategie

Parallel zum Schutz vulnerabler Gruppen (Protection) wird in Deutschland weiterhin eine Eindämmungsstrategie (sog. Containment) verfolgt, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Das Ziel ist vor allem das Unterbrechen von Infektionsketten ausgehend von einem bestätigten Fall. Die Suche nach der Infektionsquelle steht nicht mehr im Vordergrund. Im Mittelpunkt steht die Ermittlung ausgehend von einem bestätigten Fall. Kontaktpersonen der Kategorie I (enger Kontakt) haben Priorität über Kontaktpersonen der Kategorie II. ein Ausbruchsgeschehen bei vulnerablen Personen oder medizinischem Personal (z.B. Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser) hat Priorität über das Nachverfolgen von anderen Einzelfällen.

Optionen zum Management von Kontaktpersonen bei Personalmangel

Die Handlungsoptionen bei Kontaktpersonen, die zum kritischen*, medizinischen oder pflegerischen Personal gehören, sollen in Situationen zur Anwendung kommen, in denen ein relevanter Personalmangel vorliegt und andere Maßnahmen zur Sicherstellung einer angemessenen Personalbesetzung ausgeschöpft sind.
 
Anpassungen der Empfehlungen für Kontaktpersonen unter medizinischem Personal an Situationen mit relevantem Personalmangel sollten möglichst gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und unter Berücksichtigung der angestrebten Schutzziele vorgenommen werden.

* Einrichtungen der Gesundheits-, Arzneimittelversorgung und der Pflege sowie der Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, des Justiz- und Maßregelvollzugs, der Landesverteidigung, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich Behörden des Arbeits-, Gesundheits- und Verbraucherschutzes

  • Einrichtungen der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz)
  • Einrichtungen zur Sicherstellung der öffentlichen Infrastruktur (Medien, Presse und Telekommunikationsdienste, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung)
  • Einrichtungen der Versorgung mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln
  • Zentrale Stellen von Staat, Justiz und Verwaltung
  • Sonstige: _________________________________________

Testung asymptomatischer Kontaktpersonen von COVID-19-Fällen
 
Asymptomatische Kontaktpersonen (Kat I), sollten gleich nach ihrer Identifizierung und trotz bevorstehender Quarantäne getestet werden, um auszuschließen, dass sie bereits infektiös und damit selber Fälle sind (symptomatische, präsymptomatische und asymptomatische Übertragungen sind möglich).
Asymptomatisch bleibende Kontaktpersonen (Kat. I) sollten am 5. oder 6. Tag nach ihrem ersten Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall oder am Ende ihrer Quarantäne getestet werden (v.a. vor Betreten von Gemeinschaftseinrichtungen, vor Kontakt mit vulnerablen Personen), um eine spät beginnende Infektiosität (lange Inkubationszeit) auszuschließen.
Kontaktpersonen, welche symptomatisch werden, sollten gleich mit Symptombeginn getestet werden.
In einem Setting, das eine aerogene Übertragung begünstigt, z.B. regelmäßiger langer Aufenthalt im selben Raum, Singen, Feiern oder Sport im selben Raum, wird empfohlen, alle Personen als Kontaktpersonen der Kat. I zu betrachten, auch, wenn der Abstand von 1,5 m zum bestätigten Fall nicht unterschritten wurde.

COVID-19-Fälle

Eine Hospitalisierung von COVID-19-Fällen kann aus klinischer Indikation oder zur Überwachung erfolgen. Diese Fälle werden isoliert. Bei leichter Symptomatik ist eine häusliche Absonderung möglich.
 
Das RKI hat Entlassungskriterien aus der Isolierung für COVID-19-Fälle veröffentlicht. Bei einem leichten Krankheitsverlauf ist kein "Entisolierungs"-Abstrich notwendig. Die Entlassung sollte frühestens 10 Tage nach Symptombeginn und nach mind. 48 Stunden Symptomfreiheit bezogen auf die COVID-19-Erkrankung erfolgen. Bei einem schweren Verlauf ist zusätzlich ein negativer SARS-CoV-2-Test erforderlich. Bei einem asymptomatischen Verlauf erfolgt die Entlassung 10 Tage nach Erstnachweis.

Links

Verordnungen des Landes Sachsen-Anhalt

 

EMPFEHLUNGEN ZUR UMSETZUNG DES NATIONALEN INFLUENZAPANDEMIEPLANS IN SACHSEN-ANHALT

Robert-Koch-Institut (RKI)

Bundesministerium für Gesundheit

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

WHO

Auswärtiges Amt

Arbeitsschutz

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Andere Institutionen