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Legionellen in Warmwassersystemen

Stand: 12/2013

Trinkwasser muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit insbesondere durch Krankheitserreger nicht zu besorgen ist. Diese grundsätzliche Anforderung an die Trinkwasserqualität ist im  § 5 Abs. 1 TrinkwV 2001 verankert. Dabei kommt es neben der Art der Mikroorganismen und ihrer tatsächlichen Konzentration auch auf die jeweilige Disposition der Verbraucher an.

Diese Anforderungen gelten auch für Warmwassersysteme. Mit den Änderungen der Trinkwasserverordnung 2011 und 2012 hat der Gesetzgeber die Überwachung in diesem Bereich stärker in den Fokus gerückt. 2011 wurde der technische Maßnahmenwert für Legionellen eingeführt, der als technisch basierter Orientierungswert zu verstehen ist. Eine Überschreitung weist auf technische und/oder organisatorische Unzulänglichkeiten im Warmwassersystem hin.

Legionellen sind Bakterien und kommen in geringen Konzentrationen fast überall im Wasser vor. Im Kaltwasserbereich stellen sie kein gesundheitliches Risiko dar. Allerdings können sie sich unter bestimmten Bedingungen im Warmwasserbereich schnell vermehren, so dass sie hier zu einer Gesundheitsgefährdung führen können, insbesondere dann wenn Einrichtungen zur Vernebelung des Trinkwassers, z. B. Duschen, vorhanden sind und die Legionellen mit den Aerosolen in die Lunge gelangen können. Hier können sie die gefährliche Legionärskrankheit verursachen.

Aus diesem Grund müssen zentrale Erwärmungsanlagen so ausgelegt und betrieben werden, dass sie die Vorgaben der technischen Regeln (DIN-Normen, DVGW-Arbeitsblatt W551 und W553, VDI-Richtlinie 6023) erfüllen. Die Planung, Errichtung, Inbetriebnahme und Wartung derartiger Anlagen sollte durch eine Fachfirma erfolgen.

Die Änderungen der Trinkwasserverordnung haben die Zuständigkeiten für die Überwachung derartiger Anlagen klarer geregelt. Danach bestehen für Betreiber (Unternehmer oder sonstiger Inhaber einer Wasserversorgungsanlage – UsI) bestimmte Eigenüberwachungs, Melde- und Informationspflichten, wenn sie

  • das Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen oder gewerblichen Tätigkeit im Sinne der Trinkwasserverordnung abgeben,
  • über Einrichtungen zur Vernebelung des Trinkwassers (z. B. Duschen) verfügen  und
  • es sich um eine Großanlage im Sinne der Verordnung und der a. a. R. d. T. handelt.

Der Betreiber hat sicherzustellen, dass diese Anlagen entsprechend den Vorgaben der Trinkwasserverordnung und des technischen Regelwerks überwacht werden (Eigenüberwachungspflicht). Hierzu zählen

  • Planung, Installation, Betrieb und Wartung des Warmwassersystems und der Trinkwasser-Installation nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik (a. a. R. d. T.)
  • Festlegung von Probennahmestellen nach den a. a. R. d. T.
  • Entnahme und Untersuchung von Warmwasserproben zur Bestimmung von Legionellen
  • Im Falle der Überschreitung des technischen Maßnahmenwerte: 
    • Durchführung von Untersuchungen zur Ursachenklärung 
    • Durchführung von Maßnahmen, die nach den a. a. R. d. T. zum Schutz der Verbraucher erforderlich sind
    • Durchführung einer Gefährdungsanalyse

Zu den Melde- und Informationspflichten gehören

  • Anzeige gegenüber dem Gesundheitsamt bei Nachweis von Legionellen mit Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes
  • Information des Gesundheitsamts über die ergriffenen Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher
  • Information der Verbraucher über ggf. erforderliche Verwendungseinschränkungen des Trinkwassers und über das Ergebnis der Gefährdungsanalyse

Die Anforderungen an Probennahme, Untersuchungsgang und Angabe des Ergebnisses im Rahmen der Untersuchung von Trinkwasser-Installationen auf Legionellen und an die Maßnahmen bei Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes im Rahmen der  Durchführung einer Gefährdungsanalyse sind in Empfehlungen des Umweltbundesamtes formuliert:

Die wichtigsten Hinweise sind in einer „Information für Unternehmer/sonstige Inhaber (UsI) einer Trinkwasser-Installation, in der sich eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung befindet zusammengestellt. Diese Information verweist auch auf folgende 3 Anlagen:

Weitere Informationen stehen auf der Internetseite des UBA, des BMG, des MS und des BMG zur Verfügung.

http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2011/pdf/pd11-051_mehr_sicherheit_fuer_die_trinkwasserqualitaet_in_gebaeuden.pdf

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema Trinkwasser-Installation und Legionellen finden Sie auch beim DVGW unter http://www.dvgw.de/?id=95.

Ansprechpartnerin:
Uta Rädel
Tel.: 0391-2564-180
E-Mail: uta.raedel[at]lav.ms.sachsen-anhalt.de