Afrikanische Schweinepest

Moderator Dr. Gäde
Vortrag Dr. Blome
Vortrag Dr. Blome
Blick ins Auditorium
Vortrag Dr. Wehmeier-Graf
Vortrag Dr. Borgwardt

Informationsveranstaltung der Tierärztekammer, der Tierseuchenkasse und des Landesamtes für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt am 12. März 2014 in Bernburg

Einladung

Vor dem Hintergrund der jüngsten Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Litauen, der Ukraine und Polen und der damit verbundenen erhöhten Gefahr einer Einschleppung dieser Tierseuche nach Deutschland, haben der Fachbereich Veterinärmedizin des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAV), die Tierärztekammer und die Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt am 12. März 2014 zu einer Informationsveranstaltung nach Bernburg in das Kultur- und Kongresszentrum eingeladen. Die Einladung stieß auf eine große Resonanz. Die Teilnehmerzahl setzte sich zusammen aus Tierärztinnen und Tierärzten aller Ebenen der Veterinärverwaltung und der tierärztlichen Praxis, aus Vertreterinnen und Vertretern landwirtschaftlicher Verbände, Behörden und Institutionen sowie aus Vertreterinnen und Vertretern von Jagdbehörden und vom Landesjagdverband. Ziel dieser Veranstaltung war es, mittels eines aktuellen Gesamtüberblickes die Sensibilität für diese hoch ansteckende Tierseuche zu erhöhen.

Zunächst trug die Referentin Frau Dr. Blome vom Nationalen Referenzlabor (NRL) für Afrikanische Schweinepest am Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems sehr eindrucksvoll den aktuellen Sachstand zum Erreger, zur Spezifik dieser Tierseuche bei Haus- und Wildschweinen, einschließlich der Schwierigkeiten für eine Impfstoffherstellung sowie zur Epidemiologie in den betroffenen Gebieten innerhalb und außerhalb der EU vor.

Anschließend stellte Frau Dr. Wehmeier-Graf von der Task Force Tierseuchenbekämpfung am Fachbereich Veterinärmedizin des LAV die Möglichkeiten der Vorbeugung und Bekämpfung der ASP dar. An erster Stelle steht hier die Biosicherheit. Ein weiteres Mittel der wirksamen Prävention ist eine engmaschige aktive und passive Surveillance. Sie rief dazu auf, neben den bestehenden Programmen im Zweifel immer Untersuchungsgut in den Fachbereich Veterinärmedizin zur Diagnostik einzusenden. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die sachgerechte Probenahme, die Probeverpackung und den sachgerechten Probentransport hingewiesen. Weiterhin ging Frau Dr. Wehmeier-Graf auf Maßnamen der Bekämpfung im Falle des Ausbruches bei Haus- und Wildschweinen ein. A

ls dritter Referent machte Herr Dr. Borgwardt aus dem Dezernat Virologische Tierseuchendiagnostik des Fachbereiches Veterinärmedizin des LAV Ausführungen zur Diagnostik der Afrikanischen Schweinepest. Er stellte die Vor- und Nachteile der einzelnen diagnostischen Verfahren und die damit verbundenen Labor- und Zeitabläufe anschaulich dar. Weiterhin beschrieb er das für das jeweilige Verfahren am besten geeignete Probenmaterial und die damit verbundene sachgerechte Einsendung. Sehr wichtig ist hierbei, neben der ordnungsgemäßen Probenverpackung die eindeutige Kennzeichnung und Zuordnung der Probe sicher zu stellen. Ein weiterer Schwerpunkt seine Vortrages lag in der Darstellung der Ergebnisse der ASP-Surveillance bei Wildscheinen in Sachsen-Anhalt.

Fazit der Veranstaltung

Mit Blick auf eine gesellschaftliche Diskussion wurde zunächst deutlich gemacht, dass es sich bei der ASP nicht um eine Zoonose handelt. Verschiedene Forschergruppen arbeiten weltweit an der Erstellung eines Impfstoffes, bisher jedoch noch ohne Erfolg. Deshalb ist das wichtigste Instrument im Kampf gegen die ASP in Sachsen-Anhalt und in Deutschland gegenwärtig die maximale Einhaltung der Biosicherheit. Weiterhin existiert in Sachsen-Anhalt ein engmaschiges Netz einer aktiven und passiven Surveillance sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen, das eine Früherkennung dieser Tierseuche möglich macht. Darüber hinaus sollte im Zweifel aber immer Untersuchungsgut in den Fachbereich Veterinärmedizin des LAV zur Diagnostik eingesendet werden. Die Veranstaltung wurde von den insgesamt 124 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (inkl. Referenten und Organisatoren) als sehr gelungen und informativ eingeschätzt. Das wurde zum Abschluss auch noch einmal vom zuständigen Referatsleiter im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Herrn Dr. Tyrpe hervor gehoben. Die Erkenntnisse werden von den Anwesenden in der Folge multipliziert. Das betonte insbesondere der Präsident des Landesjagdverbandes Herr Dr. Jordan in der Diskussion. Die Jägerschaft im Land soll u. a. durch Veröffentlichungen in der Jagdpresse weitergehend für dieses Thema sensibilisiert werden.

 

Dr. B. Ewert
Leiter der Task Force Tierseuchenbekämpfung Sachsen-Anhalt
Dezernatsleiter Tierseuchenbekämpfung, Tierschutz, Epidemiologie, technische Überwachung


Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt
Fachbereich Veterinärmedizin
Haferbreiter Weg 132 - 135
39576 Stendal
Tel.: 03931 / 631 - 461
Fax: 03931 / 631 - 103
E-Mail: Benno.Ewert@lav.ms.sachsen-anhalt.de

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