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Speiseeis in Sachsen-Anhalt ist sicher

Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt – Presseinformation 020/2020

Halle, 08. Juli 2020

Heiße Temperaturen, strahlend blauer Himmel und eine große Kugel Eis in der Hand – wohl kaum ein anderes Lebensmittel erfreut sich derartiger Beliebtheit in den Sommermonaten wie das Speiseeis. Doch dieser  Genuss bietet auch zahlreichen Keimen einen Lebensraum und muss deshalb unter besonders guten hygienischen Bedingungen hergestellt werden. Um dies zu prüfen, werden insbesondere in den Sommermonaten daher verstärkt Speiseeisproben im Landesamt für Verbraucherschutz untersucht.

Das LAV – Fachbereich Lebensmittelsicherheit – hat im Jahr 2019 380 Eisproben mikrobiologisch auf krankmachende Keime untersucht. Im Fokus stehen hierbei jedes Jahr Keime, die hygienische Mängel bei der Herstellung anzeigen, wie Enterobakterien, oder jene, die per se gesundheitlich bedenklich sind, wie beispielsweise Salmonellen.

Als Bewertungsgrundlage dienen den Sachverständigen im Landesamt für Verbraucherschutz die Lebensmittelhygieneverordnung, die Richt- und Warnwerte der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) sowie die Grenzwerte der Verordnung (EG) Nr. 2073/2005 über mikrobiologische Kriterien in Lebensmitteln.

Die Bilanz zeigt, dass rd. 12,1 % der im Jahr 2019 untersuchten Speiseeisproben in Sachsen- Anhalt mikrobiologisch auffällig waren. Zu einer Beanstandung aufgrund einer deutlichen Überschreitung der Richt- und Warnwerte der DGHM hinsichtlich des allgemeinen Keimgehaltes und des Gehaltes an Enterobakterien kam es hingegen bei lediglich 4,5 % der Proben. Der Nachweis von Enterobakterien kann auf Schwachstellen bei der Herstellungshygiene oder eine ungeeignete Auswahl an Rohstoffen hindeuten. In einem Milcheis wurde E. coli nachgewiesen. Bei diesem Keim handelt es sich um ein natürliches Darmbakterium des Menschen, der als Indikator für unzureichendes Händewaschen des Personals angesehen werden kann.

Außer den genannten Keimen wurden in einigen wenigen Eisproben Bacillus cereus gefunden. Dieses Bakterium bildet sehr widerstandfähige Sporen, die in der Umwelt weit verbreitet sind. Diese Sporen können über unterschiedliche Rohstoffe wie Obst und Nüsse, aber auch über Milchprodukte in das Speiseeis gelangen. Bei höheren Keimgehalten pro Gramm kann Bacillus cereus zu Durchfall und Erbrechen nach dem Eisverzehr führen.

Weitere Krankheitserreger wie z. B. Salmonellen oder Staphylokokkus aureus wurden erfreulicherweise in keiner einzigen Probe gefunden.

Als Fazit bleibt: Der Anteil mikrobiologisch auffälliger Speiseeisproben ist in Sachsen- Anhalt dank regelmäßiger und intensiver Kontrollen gering. Eine gesundheitliche Gefährdung der Verbraucher ging von keiner der 2019 untersuchten Speiseeisproben aus. Ein Rückblick auf das Jahr zuvor zeigt zudem, dass die mikrobiologische Qualität der kalten Leckerei konstant zufriedenstellend geblieben ist und guten Gewissens verzehrt werden kann.

Dennoch gilt - ein genauer Blick auf die Personalhygiene, einen sauberen Thekenbereich und einen gereinigten Eisportionierer beim nächsten Eisgenuss kann nicht schaden.