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Angiostrongylus vasorum – Unterschätzte Gefahr für unsere Hunde in Sachsen-Anhalt?

Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt – Presseinformation Nr. 056/2019
Halle, 13. Juni 2019

 

Halle. – Bei einem verstorbenen Hund wurde im Landesamt für Verbraucherschutz eine tödlich verlaufende, chronische Infektion mit dem „französischen Herzwurm“ Angiostrongylus vasorum nachgewiesen.

Das verstorbene Tier wies, infolge der Vermehrung der Parasiten im Lungengewebe und den Blutgefäßen, massive Lungen- und Herzveränderungen auf. Zusätzlich fanden sich weitere Schäden in anderen Organen, die durch wandernde Parasitenlarven hervorgerufen wurden. Bei Hunden endet eine unentdeckte und unbehandelte Infektion meist tödlich.

Angiostrongylus … Wer?

Der Herz- und Lungenwurm Angiostrongylus vasorum (A. vasorum) ist ein bis zu 25 mm langer zu den Nematoden (Fadenwürmer) gehörender Parasit, der in den Lungenarterien und im rechten Herzen (Abb. 1) von Füchsen und Hunden lebt.

Es können sich Hunde aller Altersklassen und Rassen mit dem Parasiten infizieren. Am häufigsten wird eine Infektion aber bei jungen Hunden unter einem Jahr beobachtet. 

Wie kann sich mein Hund infizieren? 

Eine Infektion bei Hunden erfolgt durch Aufnahme von infizierten Zwischenwirten wie Schnecken und Fröschen oder durch das Fressen von Gras, an dem Parasitenlarven haften. 


Verbreitung des Parasiten: 

Früher war A. vasorum vor allem in Südfrankreich verbreitet, was ihm den Namen „Französischer Herzwurm“ einbrachte. Eine Ausbreitung des Parasiten erfolgte zunächst nach England und Dänemark, in den letzten Jahren wurden vermehrt auch Fälle bei Hunden in der Schweiz, in Italien und Deutschland (v. a. in den südwestlichen und östlichen Bundesländern) dokumentiert. In Sachsen-Anhalt wurde der Parasit bisher nicht in relevanten Fallzahlen nachgewiesen. Möglicherweise handelt es sich aber auch um eine unterschätzte Gefahr, da der Parasit in Europa auch bei Füchsen weit verbreitet ist und diese als Infektionsquelle für unsere Haushunde in Frage kommen.


Woran erkenne ich, dass mein Hund eine Herz-Lungenwurm-Infektion hat? 

Die klinischen Anzeichen eines A. vasorum-Befalls sind sehr variabel. 

Larven und Eier des Parasiten im Lungengewebe verursachen oft Entzündungen, die sich insbesondere durch Husten und Atemnot bemerkbar machen. 

Durch die Erhöhung des Blutdruckes infolge der Lungenveränderungen kommt es zu einer starken Belastung des Herzens mit Stauungserscheinungen in den inneren Organen. Des Weiteren können Gerinnungsstörungen auftreten, die z. B. durch Blut im Kot oder ein verlängertes Bluten nach kleineren Verletzungen sichtbar werden. Weitere nicht-spezifische Anzeichen wie mangelnder Appetit, Leistungsminderung oder plötzlicher Tod sind möglich. Gelegentlich führen fehlgewanderte Larven in Gehirn, Harnblase, Niere oder Augen zu entsprechenden klinischen Symptomen/Ausfallserscheinungen in diesen Organen.


Schlussfolgerung 

Die Infektion an sich ist behandelbar, wenn sie rechtzeitig aufgedeckt wird. Daher ist eine regelmäßige Kotuntersuchung auf Lungenwürmer sowie regelmäßige Entwurmungen bei unseren geliebten Vierbeinern anzuraten. Kotuntersuchungen werden auch im Landesamt für Verbraucherschutz in Stendal durchgeführt.

 

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