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Campylobacteriose (Infektion mit Campylobacter jejuni) bei Mastkaninchen diagnostiziert

Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt
Presseinformation Nr. 027/2018
Halle, 27. November 2018

 

Halle. – Bei einem verstorbenen Mastkaninchen aus einer Privathaltung wurde mittels der durchgeführten Untersuchungen eine Campylobacteriose (Infektion mit C. jejuni) diagnostiziert. Die Untersuchung des eingesandten Tieres erfolgt im Fachbereich Veterinärmedizin des Landesamtes für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt (LAV) in Stendal. Neben einer Darmschleimhautentzündung fielen vor allem mehrere, großflächige Entzündungsherde der Leber (siehe Foto) auf.

Bei dem untersuchten Kaninchen konnte mit C. jejuni ein wichtiger Zoonoseerreger nachgewiesen werden. Diese Information ist für den Kaninchenhalter von besonderer Bedeutung, da dieser in direktem Kontakt mit den erkrankten Tieren steht und möglicherweise eine Ansteckung über eine Schmierinfektion erfolgen kann(Aufnahme der Bakterien über den Verdauungstrakt). Zur Vermeidung einer solchen Infektion ist, insbesondere bei Umgang mit Durchfall-kranken Kaninchen, eine Gesundheitskontrolle der Tiere zu empfehlen. Zusätzlich sollte eine regelmäßige Säuberung, ggf. Desinfektion der Stallungen und eine gründliche Händereinigung nach Kontakt mit dem Tier.

Da es sich um ein Tier aus einem Mastkaninchenbestand handelte, stehen im Rahmen der Aufklärung des Infektionsgeschehens und einer gezielten Behandlung der übrigen Tiere auch die Sicherheit von Lebensmitteln und der Schutz der Gesundheit beim Verbraucher im Fokus.

Bakterien aus der Gattung Campylobacter (C.) sind sowohl in der Tier- als auch in der Humanmedizin von Bedeutung, da es sich um Zoonoseerreger handelt. Zoonosen sind von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbare Infektionskrankheiten.

Insbesondere Campylobacter jejuni (C. jejuni) zählt weltweit zu den wichtigsten Durchfallerregern beim Menschen1. Im Jahr 2016 gab es in Deutschland 73.999 gemeldete humane Fälle mit einer Campylobacter-Enteritis1 (Darmschleimhautentzündung; zu 72 % durch C. jejuni hervorgerufen). Infektionsquelle stellen dabei häufig mit diesem Erreger kontaminierte Lebensmittel dar, v. a. Geflügel-, aber auch Rohmilchprodukte, Schweinehackfleisch, Wasser und Gemüse. Darüber hinaus sind auch Berufsgruppen sowie die Halter von Haus-, Nutz- und Wildtieren potenziell infektionsgefährdet, die Umgang mit Tieren haben, die C. jejuni mit den Fäzes ausscheiden.

1 Robert Koch Institut, Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2016

 

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