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Weitere Fälle von Usutuvirus- und West-Nil-Virus-Infektionen bei Vögeln in Sachsen-Anhalt

Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt - Presseinformation Nr. 013/18

Halle, 17.09.2018

Halle. – Auch in Sachsen-Anhalt nahmen in den letzten Wochen Meldungen über tot aufgefundene Vögel zu. Als eine Ursache des beobachteten Vogelsterbens konnte  das Usutu-Virus in Sachsen-Anhalt festgestellt werden. 

Ende August wurde erstmals in Sachsen-Anhalt bei vier Vögeln das Usutu-Virus labordiagnostisch mittels PCR (Polymerase-Kettenreaktion) durch das Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) nachgewiesen und vom Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems bestätigt. Bis zum 12.09.2018  hat sich die Anzahl positiver  Usutu-Virus-Nachweise bei verendeten Vögeln aus Sachsen-Anhalt auf nunmehr bereits achtzehn Fälle erhöht (drei gehaltene Vögel und 15 Wildvögel). Der Nachweis des Usutu-Virus erfolgte aus  drei  Bartkäuzen (Zoovögel) sowie aus 13 Amseln und aus jeweils einem Star und einem Sperling (Wildvögel), die zur Todesursachenabklärung in den Fachbereich Veterinärmedizin des LAV  eingesendet worden sind. 

Das Usutu-Virus ist ein durch Mücken übertragenes Virus der Gattung Flavivirus und wird seit einigen Jahren mit auffälligem Wildvogelsterben, oft als „Amselsterben“ bezeichnet, in Zusammenhang gebracht. Im Jahr 2010 wurde das ursprünglich in Afrika endemische Usutu-Virus erstmals im Südwesten Deutschlands nachgewiesen und erreichte 2016 bereits Berlin sowie Schleswig Holstein und das nördliche Niedersachsen. In diesem Jahr wurden Nachweise aus nahezu allen Bundesländern berichtet.  

Wildvogelsterben kann neben dem Usutu-Virus auch durch das West-Nil Virus, ebenfalls ein Flavivirus, verursacht werden. Auch dieses Virus wurde inzwischen bei zwei Vögeln aus Sachsen-Anhalt nachgewiesen! Der Nachweis des West-Nil-Virus erfolgte aus einem Bartkauz (Zoovogel) und einem Habicht (Wildvogel). Inzwischen wurde eine West-Nil-Virus-Infektion auch bei einem gehaltenen Bartkauz in Bayern festgestellt. Die klinischen und pathologischen Veränderungen, die durch beide Viren hervorgerufen werden sind ohne labordiagnostische Untersuchung nicht voneinander zu unterscheiden.  

Beide Viren sind sogenannte Zoonosen und können über Stechmücken auch auf Menschen übertragen werden. Erkrankungen werden jedoch vorwiegend bei immungeschwächten Personen ausgelöst. Die Symptome beim Menschen sind meist unspezifisch und reichen von leichtem Unwohlsein bis zu Symptomen einer Sommergrippe (Fieber, Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden). In sehr seltenen Fällen wurden auch Encephalitiden (Gehirnentzündungen) mit schwerem Verlauf beobachtet.  

Die Infektion mit dem West-Nil Virus stellt eine anzeigepflichtige Tierseuche dar. Auffälliges Vogelsterben aber auch einzelne verendete Wildvögel sind daher weiterhin dem für den Landkreis zuständigen Veterinäramt zu melden und in Absprache mit dem Veterinäramt zur Untersuchung an den Fachbereich Veterinärmedizin des Landesamtes für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt nach Stendal zu senden.  

Hinweise zur Probenverpackung, zum Probenversand bzw. eine Liste der Kurierstützpunkte und Termine, sowie den Untersuchungsantrag finden Sie auf der Internetseite des Landesamtes für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt.  

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