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Psychische Belastungsfaktoren im Arbeitsprozess

Arbeitsbedingte psychische Belastung gewinnt infolge neuer Technologien, zunehmender Arbeitsverdichtung und Flexibilisierung ständig an Bedeutung, obwohl sie schon immer Bestandteil der Arbeit war. Denn der Begriff „psychische Belastung“ ist generell neutral zu verstehen – er definiert lediglich die Gesamtheit aller Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken (DIN EN ISO 10075-1). Demnach ist der berufliche Alltag geprägt von psychischen Belastungsfaktoren. Tagtäglich werden Berufstätige von ihren Arbeitsbedingungen psychisch geprägt, positiv wie negativ. Existiert jedoch eine ausgeprägte Differenz zwischen den psychischen Anforderungen durch die Arbeit einerseits und dem Leistbaren seitens der Beschäftigten andererseits, führt dies zu psychischen Fehlbeanspruchungen. Diese können die Gesundheit der Betroffenen gefährden. Psychische Erkrankungen sind nach Muskel-Skelett-Erkrankungen die zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeitstage; was die Dauer der Krankschreibungen betrifft, rangieren sie sogar auf Platz 1 (Quelle: BKK Gesundheitsreport 2015). Sie stellen unangefochten den meistverbreiteten Grund für ein verfrühtes Ausscheiden aus dem Arbeitsleben dar – 48 % aller neuen Erwerbsminderungsrenten sind psychisch bedingt (Quelle: Deutsche Rentenversicherung, 2019).
 
Die Vermeidung psychischer Fehlbeanspruchung muss daher Bestandteil des innerbetrieblichen Sicherheits- und Gesundheitsschutzkonzeptes jedes Unternehmens sein. Bereits seit 1996 ist dies implizite Forderung des Arbeitsschutzgesetzes und damit auch verpflichtend Bestandteil der Beurteilung der betrieblichen Gefährdungen. Mit der Ergänzung 2013 wurde diese Verpflichtung für die betrieblichen Arbeitsschutzakteure stärker verdeutlicht. Durch die Erfassung und Bewertung der am Arbeitsplatz vorhandenen psychischen Belastungsfaktoren im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung können die Arbeitsprozesse und -bedingungen weiter optimiert, das Zusammenwirken von Mensch, Technik und Organisation besser aufeinander abgestimmt werden.
 
Im Rahmen von Besichtigungen durch das Landesamt für Verbraucherschutz werden Unternehmen grundlegend zu psychischer Belastung und zur Beurteilung psychischer Faktoren am Arbeitsplatz kontrolliert und beraten. Bei Fragen können Sie sich zudem an die Mitarbeiter der Aufsichtsdezernate des Fachbereichs Arbeitsschutz des Landesamtes für Verbraucherschutz wenden.
 
Weiterführende Informationen zum Thema psychische Belastung und Beanspruchung im Berufsleben bietet außerdem die Internetseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Der „Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik“ (LASI) hat für die Arbeitsschutzverwaltung folgende Veröffentlichungen (LV) herausgegeben:

  • LV 28 Konzept zur Ermittlung psychischer Fehlbelastungen am Arbeitsplatz und zu Möglichkeiten der Prävention
  • LV 31 Handlungsanleitung für die Arbeitsschutzverwaltungen der Länder zur Ermittlung psychischer Fehlbelastungen am Arbeitsplatz und zu Möglichkeiten der Prävention
  • LV 52 Integration psychischer Belastungen in die Beratungs- und Überwachungspraxis der Arbeitsschutzbehörden der Länder

 
Gute Arbeitsgestaltung bei psychischer Belastung – GDA PSYCHE
 

In der aktuellen Arbeitsperiode der Gemeinsamen deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) stellt der gemeinsame und systematische Umgang mit psychischen Belastungsfaktoren wieder ein Schwerpunktthema dar. Während der Fokus des vorherigen Arbeitsprogramms „Schutz und Stärkung der Gesundheit bei arbeitsbedingten psychischen Belastungen“ auf dem Schaffen einer einheitlichen Wissensbasis für alle Beteiligten und dem Ausbau einer qualifizierten Beratungsstruktur bei gesetzlichen Unfallversicherungsträgern und staatlichen Aufsichtsbehörden lag, ist Ziel dieses Programms, die betrieblichen Akteure noch gezielter und besser zu unterstützen. Zudem gilt es, die in den letzten Jahren gesammelten Erfahrungen gewinnbringend für eine zunehmende Einbeziehung psychischer Belastungsfaktoren in die betrieblichen Gefährdungsbeurteilungen und eine größere Handlungssicherheit aller beteiligten Akteure zu nutzen. Dies gilt insbesondere für Mittlere, Klein- und Kleinstunternehmen.

Ausführliche Informationen zum Arbeitsprogramm PSYCHE finden Sie auf den Internetseiten der GDA:
 
www.gda-portal.de und www.gda-psyche.de

Ansprechpartnerin für das GDA-Programm PSYCHE im Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt:

Frau Dipl.-Psych. Elisabeth Elskamp
Kühnauer Straße 70, 06846 Dessau-Roßlau
Telefon: 0340 6501-259
E-Mail: LAV-GAZENTRAL(at)sachsen-anhalt.de
 
Mobbing am Arbeitsplatz
 

Eine einheitliche Definition des Begriffs Mobbing gibt es nicht. Kleine Reibereien, Sticheleien zwischen Beschäftigten am Arbeitsplatz fallen allerdings nicht unter diesen Begriff. Nach einer Definition von Dieter Zapf (1999) beinhaltet Mobbing, „[…] dass jemand am Arbeitsplatz von Kollegen, Vorgesetzten oder Untergebenen schikaniert, belästigt, drangsaliert, beleidigt, ausgegrenzt oder beispielsweise mit kränkenden Arbeitsaufgaben bedacht wird“. Dies tritt häufig und wiederholt auf (z. B. mindestens einmal pro Woche) und erstreckt sich über einen längeren Zeitraum (mindestens ein halbes Jahr). In diesen Situationen ist der oder die Mobbingbetroffene den Kollegen regelmäßig unterlegen. Für Mobbing-Opfer können schwere Einbußen der Arbeits- und Lebensqualität, sowie verschiedene physische und psychische Erkrankungen die Folge sein.

Die staatliche Arbeitsschutzverwaltung nimmt im Themenfeld Mobbing zwei Aufgaben wahr:

  • Anstoßen der Mobbing-Prävention in den Unternehmen:
    Arbeitgeber und Führungskräfte tragen Verantwortung  zur Vermeidung von Mobbingfällen. Sie werden durch die Arbeitsschutzbehörde bei Bedarf aufgefordert, diese wahrzunehmen und getroffene Maßnahmen nachzuweisen.

  • Beratung von Mobbing-Opfern:
    Der Betroffene erhält auf Wunsch eine Beratung zu seinem weiteren Vorgehen im Betrieb und Informationen über externe Hilfsangebote, wie z. B. telefonische Beratungen verschiedener Anbieter wie Gewerkschaften, sozialer Dienste, Krankenkassen, privater Anbieter, etc.
    Eine Mobbing-Telefon-Hotline zur Beratung bei Konflikten am Arbeitsplatz für Sachsen-Anhalt kann derzeit leider nicht benannt werden.     

Es gehört nicht zu den Aufgaben der staatlichen Arbeitsschutzverwaltung, einen konkreten Mobbing-Konflikt, z. B. durch Vermittlung oder Mediation, zu einer Lösung zu führen.

Ausführliche Informationen zum Thema Mobbing befinden sich in einer Informationsschrift der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA):

Der Mobbing-Report - Eine Repräsentativstudie für die Bundesrepublik Deutschland“ (BAuA)

Auf den Seiten der BAuA gibt es zudem spezifische Informationen und Broschüren, wie z. B.:

Wenn aus Kollegen Feinde werden – Ratgeber zum Umgang mit Mobbing

Der „Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik“ (LASI) hat für die Arbeitsschutzverwaltung folgende Veröffentlichung (LV)  herausgegeben:

  • LV 34  Gegen Mobbing – Handlungsanleitung für die Arbeitsschutzverwaltungen der Länder

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Terminverschiebung: Stendaler Symposium "Tierseuchen und Tierschutz beim Rind"

Das vom Fachbereich Veterinärmedizin des Landesamtes für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt, gemeinsam mit der Tierärztekammer Sachsen-Anhalt für den 17.–19. März 2021 geplante 12. Stendaler Symposium "Tierseuchen und Tierschutz beim Rind" muss infolge der COVID-19-Pandemie verschoben werden.

Es findet nun vom 22.–24. September 2021 statt. Die Veranstalter planen weiterhin eine Präsenzveranstaltung. Sollte die Entwicklung der Gefährdungslage bis zum Sommer 2021 dies nicht zulassen, wird die Durchführung als Online-Veranstaltung in Erwägung gezogen.

Anfragen und Hinweise richten Sie bitte an LAV-Symposiumstendal(at)sachsen-anhalt.de.
 
 
Die Tierärztekammer führt im Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Verbraucherschutz einen Fortbildungskurs "Tierärztliche Bestandsbetreuung und Qualitätssicherung im Erzeugerbetrieb Rind" für Tierärzte/-innen durch. Informationen hierzu entnehmen Sie bitte diesem Flyer.