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Asyl­su­chen­de und Ge­sund­heit in Sachsen-​Anhalt

Durch die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on in der Ukrai­ne wurde eine ver­stärk­te Flucht­be­we­gung in Rich­tung Eu­ro­pa und auch nach Deutsch­land aus­ge­löst.

Aus ver­schie­de­nen Grün­den muss mit dem Auf­tre­ten von In­fek­ti­ons­krank­hei­ten unter die­sen Flücht­lin­gen und an­de­ren Asyl­su­chen­den ge­rech­net wer­den. Auch in Folge ent­spre­chen­der Screening-​Programme wer­den ver­mehrt Tuberkulose-​ und Hepatitis-​B- und -​C-Fälle fest­ge­stellt. Wei­ter­hin sind impf­prä­ven­ta­ble Krank­hei­ten und Magen-​Darm-Infektionen häu­fig. Das Ro­bert Koch-​Institut (RKI) sieht der­zeit wei­ter­hin keine er­höh­te In­fek­ti­ons­ge­fähr­dung der All­ge­mein­be­völ­ke­rung durch Asyl­su­chen­de oder Flücht­lin­ge aus der Ukrai­ne, vor allem wenn die Be­völ­ke­rung den grund­sätz­lich gel­ten­den Impf­emp­feh­lun­gen der Stän­di­gen Impf­kom­mis­si­on (STIKO) und den all­ge­mein emp­foh­le­nen Ver­hal­tens­re­geln zur Ver­mei­dung von In­fek­ti­ons­über­tra­gung bei Atem­wegs­in­fek­tio­nen oder Durch­fall­erkran­kun­gen nach­kommt.

Ent­spre­chend dem In­fek­ti­ons­schutz­ge­setz (IfSG) und dem Ge­sund­heits­dienst­ge­setz des Lan­des Sachsen-​Anhalt (GDG LSA) über­wacht der Öf­fent­li­che Ge­sund­heits­dienst (ÖGD) Ge­mein­schafts­un­ter­künf­te für Flücht­lin­ge und Asyl­su­chen­de in Bezug auf die An­for­de­run­gen der Hy­gie­ne und der Ver­hü­tung und Be­kämp­fung über­trag­ba­rer Krank­hei­ten. Asyl­be­wer­ber wer­den gemäß § 62 Asyl­ge­setz in Ver­bin­dung mit lan­des­recht­li­chen Re­ge­lun­gen bei ihrer Erst­auf­nah­me in Sachsen-​Anhalt durch das Ge­sund­heits­amt auf In­fek­ti­ons­krank­hei­ten un­ter­sucht. Die Un­ter­su­chung um­fasst eine all­ge­mei­ne kör­per­li­che Un­ter­su­chung und eine Un­ter­su­chung auf eine be­hand­lungs­be­dürf­ti­ge Lun­gen­tu­ber­ku­lo­se. Wei­ter­ge­hen­de La­bor­un­ter­su­chun­gen, z. B. auf impf­prä­ven­ta­ble Krank­hei­ten, Lues, He­pa­ti­tis C, HIV sowie Stuhl­un­ter­su­chun­gen auf pa­tho­ge­ne Keime und Pa­ra­si­ten wer­den im Lan­des­amt für Ver­brau­cher­schutz durch­ge­führt, wenn dies kli­nisch, ana­mnes­tisch oder epi­de­mio­lo­gisch an­ge­zeigt ist. Die zu­stän­di­gen Ge­sund­heits­äm­ter wer­den ge­be­ten, die emp­foh­le­nen Schutz­imp­fun­gen nach § 4 Abs. 3 Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz im Rah­men der Erst­un­ter­su­chung si­cher­zu­stel­len.

Durch die an­ge­spann­te Lage auf­grund der par­al­lel an­hal­ten­den Co­ro­na­pan­de­mie ist es den Ge­sund­heits­äm­tern nicht durch­gän­gig mög­lich, die oben ge­nann­ten Un­ter­su­chun­gen oder Imp­fun­gen al­lein durch­zu­füh­ren, wes­halb eine De­le­ga­ti­on die­ser Auf­ga­ben an Drit­te er­fol­gen kann. Un­ter­su­chun­gen und Schutz­imp­fun­gen sind dem­nach auch durch nie­der­ge­las­se­ne Ärzte, in Impf­zen­tren bzw. durch mo­bi­le Teams mög­lich.

In­for­ma­tio­nen für den öf­fent­li­chen Ge­sund­heits­dienst, Fach­leu­te und die in­ter­es­sier­te Öf­fent­lich­keit

In­for­ma­tio­nen für Asyl­su­chen­de und Flücht­lin­ge in Sachsen-​Anhalt

 

Bitte kon­tak­tie­ren Sie uns, wenn Sie wei­te­re hilf­rei­che In­for­ma­ti­ons­ma­te­ria­li­en haben, wel­che hier ver­linkt wer­den soll­ten: E-​Mail: LAV-​HYSA[at]sachen-​anhalt.de

Stand: 05/2022

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